Dietmar Schwalke

wurde 1958 in Pinneberg bei Hamburg als Sohn eines Hauptschulleiters und einer Organistin geboren. Mit 6 Jahren erhielt er den ersten Klavierunterricht. In seiner Kindheit und Jugend sang er zudem in drei verschiedenen Chören mit. Der Weg zur Musik definierte sich für ihn hauptsächlich über den Gesang. Daraus ergab sich der dringende Wunsch, ein Streichinstrument zu erlernen, das der menschlichen Stimme ähnelt. Schwalke wählte das Cello und bekam seinen ersten Unterricht mit 12 Jahren. Sehr schnell zeigte sich seine Geschicklichkeit und Musikalität an diesem Instrument, so daß er schon gut 2 Jahre danach die Aufnahmeprüfung für ein außerordentliches Studium an der Hamburger Musikhochschule bestand.

Dietmar Schwalke studierte nun zunächst in Hamburg bei Arthur Troester. 1978 wechselte er an die Hochschule der Künste, Berlin, zu Wolfgang Boettcher. Dieser hatte nicht nur als Lehrer, sondern auch als väterlicher Freund entscheidenden Einfluß auf seine weitere künstlerische Entwicklung. Schwalke ergänzte seine Studien durch die Teilnahme an Meisterkursen von Pierre Fournier. Darüber hinaus prägten ihn cellistisch seine großen Vorbilder Pablo Casals, welchen er besonders für die gelungene Synthese von Künstler und Mensch bewunderte, und Emmanuel Feuermann.

Schwalke war u.a. Stipendiat des Deutschen Musikwettbewerbs und Preisträger der 26.Bundesauswahl „Konzerte Junger Künstler“. Sein Debüt in der Berliner Philharmonie gab er 1981 mit dem Cellokonzert von Robert Schumann mit dem RSO Berlin – jetzt DSO (Deutsches Symphonie-Orchester). 1982 absolvierte er die künstlerische Reifeprüfung und 1983 das Konzertexamen, beides mit Auszeichnung.

Dietmar Schwalke war 6 Jahre lang Mitglied des Kreuzberger Streichquartetts, Berlin, welches ihn auf alle wichtigen europäischen Musikpodien führte. Gleichzeitig hatte er an der Hochschule der Künste einen Lehrauftrag für Violoncello und eine Gastdozentur für Kammermusik.

Im Jahre 1987 machte Schwalke die für sein weiteres Leben richtungweisende Bekanntschaft mit dem Komponisten Arvo Pärt, dessen Persönlichkeit und Religiosität ihn ebenso wie seine Musik nachhaltig beeinflußten. Zusammen mit dem Komponisten bearbeitete er die Stücke „Fratres“ und „Spiegel im Spiegel“ für Cello und Klavier (erschienen bei Universal Edition).

Nach kurzer Mitgliedschaft im Orchester des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart gehört Dietmar Schwalke seit 1994 dem Berliner Philharmonischen Orchester an, in welchem seine beiden verehrten Lehrer seinerzeit Solocellisten waren, und in dem er nun selber die Gelegenheit hat, die großen Dirigenten und Solisten unserer Zeit zu erleben.

Seine solistische Karriere führte Dietmar Schwalke in etliche Musikzentren der alten und neuen Welt (insbesondere mit dem Haydn C-Dur Konzert,dem a-moll Konzert von Robert Schumann,den Rokokovariationen von Tschaikowsky, dem 1.Cellokonzert von Schostakowitsch). Sein Hauptanliegen war jedoch stets die Kammermusik,der er sich nach wie vor intensiv widmet. So gehört er innerhalb der Berliner Philharmoniker der bekannten Cellogruppe – den „12 Cellisten“ – und weiteren philharmonischen Kammermusikvereinigungen, wie z.B. den Philharmonischen Streichersolisten.

Mit dem Pianisten Jonathan Alder spielte er Werke von Brahms,Beethoven, Schumann, Strauss u.a. für Tonträger ein. Eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit hat sich seit 1996 mit dem in Berlin lebenden russischen Pianisten Alexander Malter ergeben, mit dem er seither als Duo auftritt. Mit ihm zusammen hat er auf der 1999 erschienenen CD „Alina“ Werke von Arvo Pärt interpretiert. 1998 gründete er mit Alexander Malter und Christian Stadelmann, ebenfalls Mitglied der Berliner Philharmoniker, das erfolgreiche Vincent-Trio.

Obwohl die Musik sein persönliches Ausdrucksmittel ist, liegt Dietmar Schwalke die Gesamtschau der Künste besonders am Herzen, ebenso wie der Dialog zwischen Kunst, Religion und Wissenschaft.

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